Wellnesshotel-Sterne und Klassifizierung

Hotelsterne sind keine Eigeneinschätzung — sie werden seit 2010 europaweit über die „Hotelstars Union" einheitlich vergeben; in Deutschland organisiert vom Hotelverband DEHOGA, in Österreich und der Schweiz über die jeweiligen Schwesterverbände. Die Klassifizierung ist freiwillig, kostenpflichtig und wird alle drei Jahre überprüft. Ein Hotel mit DEHOGA-Stern hat sich also einem definierten Kriterienkatalog unterworfen — von Zimmergröße über Empfangszeiten bis zur Gastronomie.

Für Wellnessgäste ist die Sache nicht ganz so einfach: Sterne bewerten das Hotel als Ganzes, nicht den Spa-Bereich isoliert. Ein gut ausgestattetes Vier-Sterne-Wellnesshotel im Bayerischen Wald kann eine deutlich größere und ambitioniertere Wellnesswelt führen als ein Fünf-Sterne-Stadthotel in München — die Sterne sagen, wie weit das Hotel im Service-Standard geht, nicht wie tief sein Spa-Programm reicht. Daher arbeiten wir bei Wellness Royal redaktionell mit der Sterne-Information, lehnen uns aber nicht ausschließlich darauf — Spa-Fläche, Wasserprogramm, Behandlungs-Tiefe, Küchen-Niveau und Lage entscheiden für einen Wellnessurlaub mindestens genauso.

Häufige Fragen

Was bedeuten die Sterne der Wellnesshotels?

Je mehr Sterne, desto höher der Service-Standard, den ein Hotel garantiert. Ein-Stern-Hotels erfüllen einen Mindeststandard (Privatbad im Zimmer, regelmäßige Reinigung), Fünf-Sterne-Hotels gehen bis zu 24-Stunden-Concierge, mehrsprachigem Personal und individuell geführter Gastronomie auf Spitzen-Niveau. Sterne sind ein Versprechen über Service und Ausstattung des Hauses — nicht über den Wellnessbereich im engeren Sinne.

Wie funktioniert die Klassifizierung (Hotelstars Union / DEHOGA)?

Die Hotelstars Union ist eine 2010 gegründete Kooperation europäischer Hotelverbände — Deutschland (DEHOGA), Österreich, Schweiz, Niederlande, Schweden, Ungarn, Tschechien und weitere — mit dem Ziel, einen einheitlichen Klassifizierungsmaßstab in Europa zu schaffen. In Deutschland organisiert der DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) die Klassifizierung. Hotels bewerben sich freiwillig, zahlen eine Gebühr, werden von Prüfern besucht und alle drei Jahre rezertifiziert. Ohne aktive Klassifizierung darf ein Hotel die Sterne nicht öffentlich führen — daher tragen einige Häuser bewusst keine Sterne und positionieren sich anders (Boutique, „Townhouse", „Resort").

Was sind die Kriterien für die Sterne-Vergabe?

Der DEHOGA-Kriterienkatalog umfasst über 270 Einzelkriterien in sechs Bereichen: (1) Allgemeine Hotelinformationen und Empfangsleistungen, (2) Zimmer und Bad, (3) Gastronomie, (4) Veranstaltungs- und Freizeitangebot, (5) Online-Aktivitäten und Qualitätsmanagement, (6) Servicequalität. Jedes Kriterium ist gewichtet; ein Hotel muss in jeder Sterne-Stufe sowohl Mindest- („M") als auch optionale Punkte erreichen. Wellnessangebote werden im Freizeit-Bereich erfasst — sie sind also Teil der Bewertung, aber nicht ihr Mittelpunkt.

Was bedeutet „Superior"?

Ein Hotel mit dem Zusatz „Superior" hat in seiner Sterne-Kategorie deutlich mehr Punkte erreicht als für die Stufe nötig — bleibt aber unterhalb der nächsthöheren Stufe. „Vier-Sterne-Superior" liegt zwischen Vier und Fünf Sternen; das Hotel bietet messbar mehr als der Vier-Sterne-Standard verlangt, ohne den Fünf-Sterne-Sprung zu vollziehen (oft weil bestimmte Kriterien — etwa 24-Stunden-Concierge oder Voll-Service-Restaurant — bewusst nicht angeboten werden). Im Wellnessbereich ist „Vier-Sterne-Superior" eine sehr gebräuchliche Kategorie — viele inhabergeführte Top-Häuser bleiben hier, statt in das Service-Korsett der Fünf-Sterne zu gehen.

Was macht ein 5-Sterne-Wellnesshotel aus?

Fünf-Sterne bedeutet im Standard: 24-Stunden-Empfang mit mehrsprachigem Personal, individuelle Begrüßung, Concierge-Service, persönlich besetzter Bar-Service, à-la-carte-Restaurant in gehobenem Niveau, deutlich überdurchschnittliche Zimmer- und Suitenkategorien, vollständige Service-Abdeckung über den ganzen Tag. Im Wellnesssegment ergänzen sich diese Standards typischerweise durch eine großzügige Spa-Welt mit eigenem Personal, mehrgängige Spa-Cuisine, ausführliches Behandlungsangebot und oft Anbindung an renommierte Kosmetik- oder Therapielinien. Häuser in dieser Klasse: Quellenhof (Südtirol), Hubertus (Allgäu), Krallerhof (Salzburg), Preidlhof (Naturns).

Warum ein 4-Sterne-Wellnesshotel wählen?

Vier-Sterne-Häuser — und besonders Vier-Sterne-Superior — sind oft inhabergeführt und familiengeprägt; sie bringen eine Mischung aus persönlicher Herzlichkeit und vollwertiger Spa-Substanz, die in standardisierten Fünf-Sterne-Häusern nicht immer entsteht. Für viele Wellnessgäste ist genau das die richtige Ebene: eigenständige Küchenphilosophie, gewachsene Spa-Konzepte, kürzere Servicewege. Häuser dieser Klasse aus unserer Auswahl: Landromantik Hotel Oswald (4★ Superior, Relais & Châteaux, Bayerischer Wald), Mooshof (4★ Superior, Bodenmais), Wellnesshotel Sonnengut (4★, Bad Birnbach).

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