18. Oktober 2015

Ayurveda – Wellness-Tipp für den Herbst?

Es ist wieder Herbst — kalt, nass und grau. Höchste Zeit für einen Wellness-Tipp, der die Stimmung hebt und gut durch die dunkle Jahreszeit bringt: Ayurveda, eines der populärsten Wellness-Schlagwörter.

Ayurvedische Massagen entspannen und fördern den Prana (die Lebenskraft) – Hier im Wellnesshotel Oswald
Ayurvedische Massagen entspannen und fördern den Prana (die Lebenskraft) – Hier im Wellnesshotel Oswald

Ayurveda steht seit Längerem ganz oben im Wellness-Trend-Barometer. Die indische Heilkunst ist ein komplexes System mit mehrtausendjähriger Geschichte — Sie müssen aber kein Experte für traditionelle südasiatische Medizin werden, um die wohltuende Wirkung ayurvedischer Anwendungen zu genießen.

Die westliche Adaption hat sich die angenehmsten Methoden daraus herausgepickt und in die Wellness-Angebote der Hotels und Spas integriert.

Ayurveda und Wellness – Wie funktioniert das?

Ayurveda ist kein Allheilmittel. Verspricht Ihnen jemand, mit Ayurveda in wenigen Tagen die ewige Jugend zu finden, dürfen Sie getrost abwinken. Wenn Sie aber realistisch bleiben und einfach etwas Neues ausprobieren möchten, um sich wohlzufühlen und ein paar Tage zu entspannen, liegen Sie mit Ayurveda genau richtig.

Ayurveda & Massagen

Besonders beliebt sind die ayurvedischen Massagen. Sie tragen für westliche Ohren exotische Namen wie Abhyanga, Mardana, Padabhyanga oder Mukhabhyanga. Entscheidend ist, dass die ayurvedische Massage den Energiefluss im Körper wieder ins Lot bringen soll. Dazu werden zentrale Punkte, an denen Energie- und Nervenbahnen zusammentreffen — die sogenannten Marmapunkte —, gezielt stimuliert. Klassische ayurvedische Massagen arbeiten mit verschiedenen Ölen, abgestimmt auf Typ und Bedürfnis. Die Massage orientiert sich also an der individuellen Konstitution, kann aber ebenso der allgemeinen Entspannung dienen.

Ayurveda & Ernährung

Wellness und Ayurveda passen gut zusammen
Wellness und Ayurveda – das passt gut zusammen.

Ein zentraler Punkt im Ayurveda, das als das „Wissen vom Leben" übersetzt werden kann, ist die Ernährung. Ein komplexes Thema, das leider auch von Scharlatanen missbraucht wird um überteuerte und teilweise sogar schädliche Medikamente zu verkaufen.

Dabei überschneiden sich viele ayurvedische Ernährungslehren auch mit dem, was im Westen unter einer gesunden Ernährung verstanden wird oder einfach gesunder Menschenverstand ist. Als Beispiele können dafür folgende Regeln dienen:

  • Man sollte nicht in unruhiger Gemütsverfassung essen, nicht im Stehen und nicht in Eile
  • Man sollte erst wieder essen, nachdem die letzte Mahlzeit verdaut wurde
  • Man sollte nur bei Hunger essen und sich nicht völlig satt essen
  • Man sollte frische, der eigenen Konstitution, der Jahreszeit und den Örtlichkeiten angepasste Lebensmittel essen
  • Man sollte in jeder Mahlzeit alle sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen (Rasa) zu sich nehmen: süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb (bzw. zusammenziehend)

Eine Ayurveda-Kur beginnt darum in der Regel mit der Besprechung eines individuellen Ernährungsplans, der konkret auf die persönlichen Bedürfnisse eingeht. Wie Sie sehen, ist Ayurveda ein komplexes System — nutzbar als praktische Lebensphilosophie ebenso wie für ein entspannendes Wellnesswochenende. Probieren Sie es ruhig aus: Dann kann der Herbst draußen toben, während Sie in sich ruhen.

Hinweis in eigener Sache: Wir sind ein Wellness-Portal, keine Ärzt:innen — dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden führt der Weg zur Ärztin oder zum Arzt; gesicherte Informationen finden Sie zudem in den folgenden Quellen.

Quellen & zum Weiterlesen

Häufige Fragen

Warum passt Ayurveda gut in den Herbst?

Der Herbst gilt im Ayurveda als Vata-Zeit — kühl, trocken, unruhig. Genau dem setzt Ayurveda Wärme und Routine entgegen: warme Ölmassagen, gekochte, würzige Speisen und ein gleichmäßiger Tagesrhythmus erden und wärmen, wenn es draußen ungemütlich wird.

Was sind die bekanntesten ayurvedischen Massagen?

Die Abhyanga (Ganzkörper-Ölmassage), die Padabhyanga (Fußmassage), die Mukhabhyanga (Gesichtsmassage) und der Shirodhara (Stirnölguss). Allen gemeinsam sind warme, typgerechte Öle und die Arbeit an den Marmapunkten — den Knotenpunkten der Energiebahnen.

Was hat es mit den sechs Geschmacksrichtungen (Rasa) auf sich?

Die ayurvedische Ernährungslehre kennt sechs Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb (zusammenziehend). Idealerweise sind alle sechs in jeder Mahlzeit vertreten — das soll für Ausgewogenheit sorgen. Vieles davon deckt sich mit dem, was im Westen als gesunde Ernährung gilt.

Ist Ayurveda ein Allheilmittel?

Nein. Wer ewige Jugend oder schnelle Heilung verspricht, ist mit Vorsicht zu genießen. Ayurveda ist ein wohltuendes Wellness- und Ernährungskonzept, das vielen guttut — bei ernsthaften Beschwerden ersetzt es aber keine ärztliche Behandlung, sondern ergänzt sie bestenfalls.