21. August 2019

Ayurveda – „Das Wissen vom gesunden Leben"

Ayurveda bedeutet aus dem Sanskrit übersetzt so viel wie „das Wissen vom Leben". Diese traditionelle indische Heilkunst wird vor allem in Indien praktiziert und ist dort tief mit der Kultur verbunden; in der europäischen Wellnesswelt hat sie erst in den letzten Jahrzehnten breiter Fuß gefasst — und dort zu Recht ihren festen Platz gefunden.

Hierzulande war Ayurveda anfangs eine eher unbekannte Praktik. Ihren Reiz macht der ganzheitliche Ansatz aus: Statt einzelne Symptome zu behandeln, rückt Ayurveda den Menschen als Ganzes in den Mittelpunkt und sucht nach den Ursachen eines Ungleichgewichts. Als Ergänzung zur ärztlichen Versorgung verstanden, nicht als Ersatz, hat dieser Blickwinkel viele überzeugt.

Die Grundlage der ayurvedischen Lehre ist das ausbalancierte Zusammenspiel der drei Lebensenergien (Doshas):

  • Vata — das Bewegungsprinzip
  • Pitta — das Stoffwechselprinzip
  • Kapha — das Strukturprinzip

Die Doshas sind den fünf Elementen Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde zugeordnet. Körperliche oder seelische Beschwerden gehen nach ayurvedischer Auffassung auf ein Ungleichgewicht dieser Energien zurück. In einer individuellen Konstitutionsbestimmung wird der persönliche Energietyp ermittelt — und daraus eine auf den Einzelnen abgestimmte Behandlung abgeleitet.

Im Mittelpunkt der ayurvedischen Lehre steht die Ernährung: Je nach Energietyp sind bestimmte Lebensmittel zu bevorzugen, andere eher zu meiden. Eine erste Orientierung liefern Selbsttests — verlässlicher ist die Bestimmung in Absprache mit einer ayurvedisch geschulten Fachperson.

Zur wachsenden Beliebtheit trägt nicht nur die fernöstliche Spiritualität bei, die diese Anwendungen umgibt. Eine Gesellschaft, die stetig mehr Leistung abverlangt, ständige Erreichbarkeit und das stundenlange Scrollen durch soziale Medien treiben das Stresslevel — ein Zustand, dem man sich nicht dauerhaft aussetzen sollte. Regelmäßige, fachkundig durchgeführte Ayurveda-Anwendungen können hier ein wohltuender Gegenpol sein: ein Ritual der Entschleunigung, das vielen hilft, gelassener durch fordernde Zeiten zu kommen.

Ayurvedischer Stirnölguss
Beim ayurvedischen Stirnölguss (Shirodhara) fließt in einem kontinuierlichen Strahl erwärmtes, mit Kräutern vermischtes Öl auf die Stirn. Nach ayurvedischer Auffassung wirkt das beruhigend auf das vegetative Nervensystem. Bild: guvo59 [pixabay]

Ayurveda-Wellnessurlaub ganz nah – und doch eine andere Welt

Man muss nicht nach Indien oder Sri Lanka reisen, um Ayurveda zu erleben: Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz wächst die Zahl der Häuser mit ernsthaftem Ayurveda-Programm. Schon ein Wochenende im Zeichen dieser Heilkunst versetzt einen in eine andere, fernöstliche Welt. Unsere Wellnesshotels bieten ein abwechslungsreiches Angebot an ayurvedischen Anwendungen und Beratungen — vielfach von Therapeut:innen begleitet, die ihr Handwerk über Jahre in Indien oder Sri Lanka erlernt haben. Welche Häuser ein dediziertes Ayurveda-Konzept führen, zeigen unsere Wellness-Angebote.

Ayurveda Kopfmassage (Shiro Abhyanga)
Die Ayurveda-Kopfmassage (Shiro Abhyanga) ist ein sanftes Ritual: Mit warmem Öl werden Kopfhaut und Haarwurzeln verwöhnt, Nacken- und Kopfmuskulatur entspannen. Bild: guvo59 [pixabay]

Hinweis in eigener Sache: Wir sind ein Wellness-Portal, keine Ärzt:innen — dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden führt der Weg zur Ärztin oder zum Arzt; gesicherte Informationen finden Sie zudem in den folgenden Quellen.

Quellen & zum Weiterlesen

Häufige Fragen

Was bedeutet Ayurveda?

Ayurveda ist Sanskrit und bedeutet „das Wissen vom Leben". Es ist eine über 3.000 Jahre alte indische Heilkunst, die den Menschen als Ganzes betrachtet: Statt einzelne Symptome zu behandeln, sucht sie nach der Ursache eines Ungleichgewichts und setzt auf Ernährung, Anwendungen und Lebensführung.

Was sind Vata, Pitta und Kapha?

Die drei Doshas — die Lebensenergien des Ayurveda. Vata steht für das Bewegungsprinzip, Pitta für den Stoffwechsel, Kapha für die Struktur; sie sind den fünf Elementen Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde zugeordnet. In einer Konstitutionsbestimmung wird der persönliche Energietyp ermittelt, aus dem sich die passende Ernährung und Behandlung ableitet.

Was ist ein Stirnölguss (Shirodhara)?

Eine der bekanntesten ayurvedischen Anwendungen: Warmes, mit Kräutern versetztes Öl fließt in einem gleichmäßigen Strahl auf die Stirn. Nach ayurvedischer Auffassung wirkt das tief beruhigend auf das vegetative Nervensystem — viele empfinden den Stirnölguss als zutiefst entspannend.

Kann man Ayurveda auch in Deutschland, Österreich oder der Schweiz erleben?

Ja. Man muss für eine ernsthafte Ayurveda-Auszeit nicht nach Indien oder Sri Lanka reisen — im gesamten deutschsprachigen Raum führen immer mehr Wellnesshotels dedizierte Ayurveda-Programme mit Konstitutionsberatung, Ölanwendungen und passender Küche, vielfach von erfahrenen Therapeut:innen begleitet.

Ist Ayurveda medizinisch anerkannt?

In Indien ist Ayurveda ein eigenständiges, staatlich anerkanntes Medizinsystem. In Europa wird es überwiegend als Wellness- und Komplementäranwendung verstanden — ein wohltuendes Ritual der Entschleunigung, aber kein Ersatz für ärztliche Behandlung. Bei ernsthaften Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.