Was ist ein Heubad?
Das Heubad ist die wohl ländlichste aller klassischen Wellness-Anwendungen: Man liegt, eingebettet bis zum Hals, in feuchtem, leicht gärendem Bergheu, dessen Eigenwärme den Körper langsam und gründlich durchwärmt. Die Tradition stammt aus Südtirol — der Überlieferung nach von Bauern, die nach der Mahd im Heu übernachteten und erstaunlich erholt erwachten. Aus der Beobachtung wurde im 20. Jahrhundert eine Kuranwendung mit eigener Heubad-Tradition, etwa um Völs am Schlern.
Wie die Anwendung abläuft
Verwendet wird Almheu aus hochgelegenen, ungedüngten Bergwiesen — reich an Kräutern und Gräsern samt ihrer ätherischen Öle. Das angefeuchtete Heu beginnt zu gären und entwickelt dabei Temperaturen um 40 °C und mehr; in dieser duftenden Wärme bleibt man 15 bis 25 Minuten liegen, gefolgt von einer warm eingepackten Nachruhe. Das Schwitzen ist intensiv, der Kräuterduft tut seinen Teil — viele beschreiben das Heubad als die entspannendste Form des Schwitzens überhaupt.
Wirkung
Die feuchte Gärwärme wirkt ähnlich wie ein mildes Überwärmungsbad: Muskulatur und Kreislauf werden durchgearbeitet, die ätherischen Öle der Bergkräuter kommen über Haut und Atemluft dazu. Traditionell wird das Heubad bei Verspannungen und zur allgemeinen Regeneration eingesetzt — Heuschnupfen-Geplagte sollten es dagegen meiden oder vorher ärztlich klären, ob die Anwendung passt.
Heubad im Wellnesshotel
Die Vollform mit gärendem Heu führen vor allem Südtiroler Häuser mit eigener Heubad-Tradition; verbreiteter sind Heublumen-Anwendungen — Auflagen und Wickel mit Heublumensäckchen, wie sie auch die Kneipp-Tradition kennt. Verwandt im Geist sind Heu-Saunen, wie sie etwa die ANIMA Wellnesswelt des Vitalhotels Dosses in Gröden in ihrer Bergbauernhaus-Sauna inszeniert.



