Die Wellness-Branche gilt als ausgesprochen erfinderisch. Eine klassische Massage ist zwar wirksam, fürs Marketing aber etwas altbacken. Nachdem inzwischen auch traditionelle Heilkünste wie Ayurveda aus Indien oder die „Lomi Lomi Nui"-Massagen aus Hawaii vielerorts im Programm stehen, kursiert ein weiterer, deutlich skurrilerer Trend: die Behandlung mit Tieren.

Gemeint ist nicht der altbekannte Einsatz von Blutegeln, sondern zum Beispiel das Auflegen von Schlangen, deren kriechende Bewegungen die Muskulatur entspannen sollen.
Angenehmer für Menschen mit Schlangen-Phobie ist wohl der Einsatz der „Rötlichen Saugbarbe" (auch „Garra Rufa" oder „Kangalfisch" genannt), die ohne zu fragen abgestorbene Hautschüppchen abknabbert — praktisch für eine Fisch-Pediküre.
So skurril das klingt, so umstritten ist es: Bei der Fisch-Pediküre warnen Fachleute vor Hygiene- und Infektionsrisiken — in mehreren US-Bundesstaaten ist sie verboten —, und auch unter Tierschutz-Gesichtspunkten ist „tierische Wellness" heikel. Wer Wert auf belastbare Wirkung und ein gutes Gewissen legt, ist mit einer klassischen Massage am Ende meist besser bedient.
In der Presse war das Phänomen immer wieder Thema:
- Blutegel, Schlangen, Nachtigallkot – Bei diesen Wellness-Methoden geht es tierisch zu (RP Online)
- Stressabbau mit Pythons im Wellnesstempel (Die Welt)
- Knabbern für die Schönheit (Fit for Fun)
- NRW-Behörden haben Tierschutz-Bedenken: Gerichts-Streit um „Knabber-Fische" (WDR)
