6. Juni 2014

Die größten Seen in Bayern – Wellness-Tipps für den Sommer

Bayern liegt nicht am Meer — und vermisst es kaum. Zwischen Alpenrand und Donau glitzern Hunderte Seen, und kaum etwas ist den Bayern so heilig wie „ihr" Wasser: das morgendliche Bad vor der Arbeit, der Biergarten am Ufer, der Sprung vom Steg in glasklare, oft erstaunlich kühle Fluten. Vom weiten „Bayerischen Meer" bis zum stillen Bergsee in den Alpen ist für jede Sehnsucht etwas dabei — und an vielen Ufern wartet abends ein Spa, das den Sommertag abrundet. Eine kleine Liebeserklärung in mehreren Kapiteln.

Bayerns große Seen im Überblick

Sortiert nach Fläche — ein Klick auf den Namen führt direkt zum Porträt:

RangSeeFlächeBesonderheit
1Bodensee536 km²Größter See Deutschlands (DE/AT/CH)
2Chiemsee79,9 km²Bayerisches Meer, Herrenchiemsee
3Starnberger See56,4 km²Fünf-Seen-Land, Sisi & Ludwig II.
4Ammersee46,6 km²Kloster Andechs, Segelrevier
5Walchensee16,3 km²Türkisgrün, bis 190 m tief
6Tegernsee8,9 km²Heilbad Bad Wiessee
7Königssee5,2 km²Tiefster & sauberster See (192 m)
8Eibsee1,8 km²Unter der Zugspitze, glasklar

Der Bodensee – das geteilte Meer

Größte Seen Bayern - Bodensee
Der Bodensee mit der Insel Lindau. (Bild: Böhringer, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons)

Mit 536 Quadratkilometern ist der Bodensee der größte See Deutschlands — und der großzügigste obendrein, denn er gehört gleich drei Ländern: Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine Kuriosität am Rande: Wo genau im offenen Obersee die Grenze verläuft, haben die drei Nachbarn bis heute nie verbindlich festgelegt. Jeder hat seine eigene Rechtsauffassung, und alle leben bestens damit — der Bodensee gehört eben irgendwie allen. Bayerns Fenster zum „Schwäbischen Meer" ist Lindau, dessen Altstadt auf einer eigenen Insel liegt; die berühmte Hafeneinfahrt bewachen ein steinerner Löwe und ein Leuchtturm.

Der Chiemsee – das Bayerische Meer

Größte Seen Bayern - Chiemsee
Der Chiemsee mit der Herreninsel. (Bild: Bgabel, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Den Bodensee teilt man also — den Chiemsee nicht. Mit 79,9 Quadratkilometern ist er der größte See, der ganz in Bayern liegt, und genau deshalb tragen ihn die Einheimischen mit sichtbarem Stolz als „Bayerisches Meer" vor sich her. Eingebettet ins Chiemgau, die Alpen zum Greifen nah, beherbergt er zwei berühmte Inseln: die Herreninsel mit dem nie vollendeten Schloss Herrenchiemsee — dem „bayerischen Versailles" des Märchenkönigs Ludwig II. — und die Fraueninsel mit ihrem über tausend Jahre alten Benediktinerinnen-Kloster, Künstler-Idyll und Fischräucherei inklusive.

Der Tegernsee – Wellness mit Tradition

Kein See ist so elegant und zugleich so urig wie der Tegernsee. Rund um das tiefblaue Becken reihen sich mondäne Orte, gepflegte Seepromenaden und eine Hotellerie der gehobenen Klasse. Seine Wellness-Tradition ist echt: In Bad Wiessee sprudelt eine ergiebige Jod-Schwefel-Quelle, die den Ort vor gut hundert Jahren zum Heilbad machte. Dazu eine bayerische Selbstverständlichkeit — das süffige Tegernseer Bier aus dem Bräustüberl im ehemaligen Kloster. Berge, Heilwasser und Gemütlichkeit: An kaum einem See verbinden sich Aktiv- und Erholungsurlaub so mühelos.

Fünf-Seen-Land: Starnberger See und Ammersee

Größte Seen Bayerns - Starnberger See
Der Starnberger See mit der Roseninsel. (Bild: Petermann, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Nur eine halbe Stunde südwestlich von München beginnt das Fünf-Seen-Land. Sein Star ist der Starnberger See: mit 56 Quadratkilometern der fünftgrößte See Deutschlands und dank seiner Tiefe von bis zu 128 Metern nach dem Bodensee der wasserreichste — dazu reich an Geschichte, von Sisis Kindheit in Possenhofen bis zum rätselhaften Tod König Ludwigs II. bei Berg. Gleich nebenan liegt der ruhigere Ammersee, ein Paradies für Segler. Über ihm thront der „Heilige Berg" mit dem Kloster Andechs, dessen Klosterbrauerei seit Jahrhunderten Pilger wie Wanderer mit frisch gezapftem Bier belohnt.

Größte Seen Bayerns - Ammersee
Segeln auf dem Ammersee. (Bild: Nino Barbieri, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons)

Walchensee und Eibsee – die bayerische Karibik

Größte Seen Bayerns - Der Walchensee
Der Walchensee im Panoramablick. (Bild: René Meyer, GFDL, via Wikimedia Commons)

Wer „Karibik" und „Bayern" für einen Widerspruch hält, war noch nicht am Walchensee. Auf 802 Metern Höhe leuchtet sein Wasser türkisgrün; mit bis zu 190 Metern ist er einer der tiefsten Seen Deutschlands und so klar, dass Taucher viele Meter weit sehen. Über ihm lädt der Herzogstand zur Bergtour. Sein kleiner Bruder, der Eibsee direkt unterhalb der Zugspitze auf rund 1.000 Metern, leuchtet womöglich noch eine Spur grüner — kristallklares Wasser mit winzigen Inseln. Schwimmen und Bergwandern an einem Tag? Hier kein Problem.

Der Königssee – Bayerns stillstes Juwel

Ganz im Südosten, eingezwängt zwischen den Steilwänden des Watzmanns, liegt der Königssee — für viele der schönste See des Landes und zugleich der sauberste und tiefste Deutschlands (bis zu 192 Meter). Damit das so bleibt, fahren hier seit 1909 nur leise Elektro- und Ruderboote. Mit einem von ihnen erreicht man die weltberühmte Wallfahrtskirche St. Bartholomä mit ihren roten Zwiebeltürmen, die malerisch auf einer Halbinsel liegt. Ein Höhepunkt jeder Fahrt: Das Schiff hält, ein Bläser spielt — und die „Echowand" wirft die Töne mehrfach zurück.

Und viele mehr

Damit ist die Liste längst nicht erschöpft. Der familienfreundliche Schliersee, der oft besonders warme Staffelsee bei Murnau mit seinen sieben Inseln, der Kochelsee am Fuß des Herzogstands, der hochalpine Spitzingsee über dem Tegernsee oder der Forggensee zu Füßen von Schloss Neuschwanstein — Bayern hat für nahezu jede Vorliebe einen See. Genau das ist der Reiz: Man wird hier nie damit fertig, neue Lieblingsufer zu entdecken.

Wellness am See

So verschieden die Seen sind, eines haben sie gemeinsam: Sie machen Wellness erst rund. Ein Tag auf dem Wasser — Schwimmen, Segeln, eine Schifffahrt, eine Uferwanderung — und danach Sauna, Massage und ein Ruheraum mit Blick ins Grüne. Wer gezielt Häuser am Wasser sucht, stöbert in unserem Themen-Special Wellness am See.

Häufige Fragen

Welcher ist der größte See Bayerns?

Das kommt darauf an, wie streng man es nimmt. Der größte See an Bayerns Grenze ist der Bodensee — den teilt sich Bayern allerdings mit Baden-Württemberg, Österreich und der Schweiz, und nur ein kleiner Anteil um Lindau ist bayerisch. Der größte See, der ganz in Bayern liegt, ist mit knapp 80 Quadratkilometern der Chiemsee — nicht umsonst „Bayerisches Meer" genannt.

Welcher bayerische See ist der tiefste und sauberste?

Der Königssee bei Berchtesgaden: bis zu 192 Meter tief und einer der saubersten Seen Deutschlands. Damit das so bleibt, sind auf ihm seit 1909 nur Elektro- und Ruderboote erlaubt. Ähnlich klar und tief ist der Walchensee (bis 190 Meter) im Oberland.

In welchen Seen kann man gut baden?

Die Voralpenseen — Chiemsee, Starnberger See und Ammersee — erwärmen sich im Sommer angenehm und haben zahlreiche Badeplätze. Die hochgelegenen Bergseen wie Walchensee, Eibsee und Königssee bestechen mit glasklarem Wasser, bleiben aber auch im Hochsommer eher frisch — ein Erlebnis für Mutige.

Welcher See eignet sich besonders für einen Wellnessurlaub?

Der Tegernsee mit dem Heilbad Bad Wiessee und seiner Jod-Schwefel-Quelle hat eine lange Kur- und Wellness-Tradition und eine entsprechend gehobene Hotellerie. Aber auch rund um die anderen Voralpenseen verbinden viele Häuser den See-Tag mit Sauna, Massage und Spa.

Wann ist die beste Reisezeit für Bayerns Seen?

Zum Baden und für Wassersport der Hochsommer von Juni bis September. Wer es ruhiger mag, kommt im späten Frühjahr oder frühen Herbst — dann sind die Ufer leerer, und gerade die Bergseen zeigen sich im klaren Herbstlicht von ihrer schönsten Seite.